Die DVG hat am 29.12.2017 die Ausschreibungsunterlagen für vier Lose mit insgesamt ca. 1.000.000 Fahrplankilometer mit Bussen und ca. 530.000 Fahrplankilometer mit Taxen, davon ca. 450.000 km als Rufbus veröffentlicht. Los1 umfaßt die Linien 13, 14 und 15. Los 2 bezieht sich auf den Nordast der Linie 16, Los 3 auf den Südast. Los 4 betrifft den Nacht-/Rufbus-Verkehr mit Großraumtaxen. Die Laufzeit ist von 02.05.2018 bis 30.04.2020 recht kurz. Die am Ende im Ausschreibungstext formulierten Mindestanforderungen an die Fahrzeugausstattung entsprechen nicht dem Umfang der Anlage 14 des aktuellen Nahverkehrsplanes. https://www.evergabe-online.de/tenderdet...F87?0&id=182327
Die eigentliche Frage ist aber, warum wird die Splittung der Linie 16 auf unterschiedliche Unternehmen ermöglicht?
Zitat von Harzreise im Beitrag #1Die eigentliche Frage ist aber, warum wird die Splittung der Linie 16 auf unterschiedliche Unternehmen ermöglicht?
Die Linie 16 wird bei dieser Vergabe nicht in einen Nord- und Südast gesplittet, vielmehr werden anteilig Dienste vergeben. Das entspricht in etwa der derzeiten Verteilung an die Unternehmen Müller (ein bisschen 16, sonst 21+22) und Vetter.
Letztendlich möchte man wieder Ordnung in das Dienste- und Fahrer-Wirrwarr der letzten Monate reinbringen. Während nach der Netzumstellung im Juli 2017 die Ostlinien 13/14/15 an Vetter und Heinrich subvergeben wurden, erhielt Müller die 21/22 und einige Dienste auf der 16. Das wiederrum teilweise mit eigenen Bussen, teils auch mit den Dieselfahrzeugen 841 und 842. Später wies man einige Heinrich-Fahrer mit DVG-Bussen auf der 17 ein, es folgten Vetter-Fahrer mit DVG-Bussen auf der 16. Zum Ende des Jahres hin fuhr auf einmal auch Müller auf 13/14/15, teilweise auch wieder die DVG selbst. Ab Mai 2018 wird es dann hoffentlich wieder klare Einsatzgebiete geben.
Zitat von DEstrab im Beitrag #2 Die Linie 16 wird bei dieser Vergabe nicht in einen Nord- und Südast gesplittet, vielmehr werden anteilig Dienste vergeben.
Ich entnehme für mich aus der Ausschreibung eine Trennung in einen Nordteil (Bus Los 2 Dessau Nord und Roßlau) und einen von mir vermuteten Südteil (Bus Los 3 Linie 16). Durch die Aufteilung auf die zwei Lose wären auch die Dienste und Busse aufgesplittet. Falls die Lose an unterschiedliche Subunternehmen gehen, gehe ich davon aus, daß am Hbf die Fahrgäste das Beförderungsgefäß wechseln müssen.
Wir werden im Mai sehen, wie es kommt und ob sich überhaupt Anbieter (mit ausreichend Busfahrern) finden. Für die Fahrgäste dürfte es daneben ein Rückschritt sein, wenn bis zu 15 Jahre alte Busse eingesetzt werden dürfen. Im Moment verkehren ja vergleichsweise junge Fahrzeuge. Bei nur 2 Jahren Laufzeit wird kaum ein Unternehmen eine Finanzierung zur Beschaffung von Neufahrzeugen hinbekommen.
Zitat von Harzreise im Beitrag #3Ich entnehme für mich aus der Ausschreibung eine Trennung in einen Nordteil (Bus Los 2 Dessau Nord und Roßlau) und einen von mir vermuteten Südteil (Bus Los 3 Linie 16). Durch die Aufteilung auf die zwei Lose wären auch die Dienste und Busse aufgesplittet. Falls die Lose an unterschiedliche Subunternehmen gehen, gehe ich davon aus, daß am Hbf die Fahrgäste das Beförderungsgefäß wechseln müssen.
Okay, dann entnimmst du das so. Man teilt lediglich die vorhandenen, zusammenhängenden Dienste auf. Die Fahrgäste müssen am Hauptbahnhof nicht "das Beförderungsgefäß" wechseln.
Zitat von Harzreise im Beitrag #3Wir werden im Mai sehen, wie es kommt und ob sich überhaupt Anbieter (mit ausreichend Busfahrern) finden. Für die Fahrgäste dürfte es daneben ein Rückschritt sein, wenn bis zu 15 Jahre alte Busse eingesetzt werden dürfen. Im Moment verkehren ja vergleichsweise junge Fahrzeuge.
Es werden sich wohl die derzeitigen Subunternehmer bewerben, die dann entweder mehr oder genau die gleichen Leistungen erbringen werden. Bei Heinrich Reisen werden deutlich ältere Busse eingesetzt. Und was teilweise Vetter derzeit fährt, nennen wir mal lieber nicht "Busse".
Zitat von DEstrab im Beitrag #4Es werden sich wohl die derzeitigen Subunternehmer bewerben, die dann entweder mehr oder genau die gleichen Leistungen erbringen werden. Bei Heinrich Reisen werden deutlich ältere Busse eingesetzt. Und was teilweise Vetter derzeit fährt, nennen wir mal lieber nicht "Busse".
Ich hatte bei der spürbaren Alterung der Fahrzeuge an die Linie 16 gedacht. Stimmt, die derzeitigen Fahrzeuge auf dem Ostliniennetz können bei der gesetzten Altersobergrenze eigentlich nicht mehr altern .
Nach heutiger Meldung der Mitteldeutschen Zeitung verdrängt ein überregionaler Anbieter den Omnibusbetrieb Müller. Da die bisherigen Aufträge etwa 90% des Umsatzes ausmachten, hat Müller Insolvenz angemeldet. https://www.mz-web.de/dessau-rosslau/sta...em-aus-30049470
Ergänzung 27.04.2018: Der "überregionale Anbieter" ist das bekannte Unternehmen Vetter aus dem Nachbarlandkreis, welches seinen Sitz vor den Toren der Stadt in Salzfurtkapelle hat. Für die Leistung im Umfang von jährlich 1 Mio. Fahrplankilometer setzt Vetter 20 Busse und 25 Fahrpersonale ein. 5 Tage vor der Betriebsaufnahme hat Vetter das Personal "fast" zusammen. https://www.mz-web.de/bitterfeld/busbetr...au-ein-30080874
Neben Vetter und Müller fuhr auch Heinrich-Reisen aus O'baum Leistungen für die DVG. Das "Schicksal" von Heinrich ging bisher noch nicht durch die Presse.