@Jonas: Was Bitterfeld-Wolfen, Köthen und Wittenberger ÖPNV angeht, ist ja nicht die DVG Schuld, sondern die Vetter Bus GmbH. Das hier seit Jahren nur noch auf Sparflamme gefahren wird, ist allgemein hin bekannt. Den Dessauer Busverkehr auf einen 20-Minutentakt zu verstärken birgt folgende Gegenargumente: - geringe Auslastung der Busse schon im 30-Minutentakt - Taktung der Straßenbahn auch nur im 15-Minutentakt (Anschlüsse!!!) - Nutzung von Kleinbussen im Stundentakt in den Randzeiten
Sicherlich ist daran auch die Linienführung Schuld. Da die meisten Linien immer irgendwelche Haken und Rundfahrten machen (10/11 Bergens Busch, Kornhaus und Burgreinaer Straße, 12 Hagenbreite, 13 Nord, 14/15 Gewerbegebiet Ost, 16 Hauerwinkel, Kochstedt Mühle, Karoliusplatz, Mosigkauer Ring, Kleine Schaftrift) kann sich der Fahrgast nie an strikte und feste Linienführungen orientieren.
@Harzreise: Der hohe Fahrrad-Anteil ist natürlich auch schon immer der Killer des ÖPNV-Nutzens gewesen.
Mit der Konzentration auf Zwangskunden ist man zwar erfolgreich, gibt aber alles andere als ein nach außen hin attraktives Verkehrsunternehmen ab. Wenigstens dahin gehend wäre etwas mehr Selbstbewusstsein schön. Ich habe den Eindruck, das einzige was die DVG interessiert sind, wie man schnellstmöglich neue Werbepartner bekommt und die Tram zukleistern kann. Nichts ist von der Aufbruchstimmung, als die Linie zum junkerspark eröffnet wurde, geblieben. Im Moment kommt es mir so vor, als macht man dort - außer dem Fahrdienst - nichts weiter. Bloß nichts verändern, es könnte sich zum Positiven auswirken. Wenn ich dann daran denke, wie heruntergewirtschaftet der ZOB und die Tramtrasse im Kulturbereich ist, dann wünsche ich den Leuten viel Glück und gute Argumente, angesichts der Demografie und des fehlenden Innovationspotentials da noch Gelder abzugreifen. Und wenn ich mir anschaue, wie die DVG ihren Wohnungsbestand an der Linie 1 verändert, fragt man sich, ob dort eigentlich Leute sitzen, die auch mal weiter denken... Aber immer sollen sie alles abreißen, das ist das einzige, was dieser Verein kann. Und wenn man mit der Strategie weiter macht - Schema F bis in alle Ewigkeit - würde ich aus Sicht der knapper werdenden finanziellen Mittel früher oder später gerne aus Sicht des Landes fragen, was sich die Stadt leisten kann, wenn schon ständig ums Geld gestritten wird.
Über Vetter brauchen wird nicht reden, hier zieht sich ein Landkreis sehenden Auges seinen eigenen Monopolisten heran und denkt, das Anrufbussystem wäre die Zukunft des ÖPNV. Wenn ich vorher alle Linienverkehre eindampfe und die Fahrgäste durch systematisch nicht erreichte Anschlüsse und Angebote vergraule, muss man sich wohl über jeden Fahrgast im Anrufbus freuen. Bloß gut, dass die Relationen zwischen Leer- und Besetztkilometer nie veröffentlicht wird, dann würde der Anrufbus aber einige Dellen abbekommen... Vetter spielt positiv in die Hände, dass dort in Bitterfeld die versammelte Inkompetenz sitzt. Da kann man froh sein, dass wenigstens Vetter noch kompetente Mitarbeiter hat - auch wenn sie ihre eigenen Pfründe sichern, anstatt sich um die Fahrgäste zu kümmern. Dumm wie der Landkreis aber nunmal ist, wird auch die nächste Konzession wieder an die Blauen gehen. Für mich ist das Unternehmen schon alleine dafür unten durch, wie man seine Mitbewerber kategorisch kaputt spielt - sei es nun Konkurrenten wie DB Regio, Heinrich und Scalar oder Subunternehmen. Warum man sich dann aber im Umkehrschluss solchen unfähigen Betrieben wie Schwerdt und Säger bedient, werde ich nie verstehen.
Zitat von Friedrich LöweMit der Konzentration auf Zwangskunden ist man zwar erfolgreich, gibt aber alles andere als ein nach außen hin attraktives Verkehrsunternehmen ab.
Dass ist richtig, ich weiß nur nicht, ob es dafür zahlende Interessenten gibt, die den Deckungsbeitrag erhöhen. Ansonsten steigt durch den Mehraufwand für andere Kundengruppen der Subventionsbetrag, denn die Fahrpreise decken nirgendwo in D. die Kosten.
Zitat von Friedrich Löwe Ich habe den Eindruck, das einzige was die DVG interessiert sind, wie man schnellstmöglich neue Werbepartner bekommt und die Tram zukleistern kann. Nichts ist von der Aufbruchstimmung, als die Linie zum junkerspark eröffnet wurde, geblieben.
Die verklebte Aussicht bringt halt Geld, der Zwangskunde nimmt es hin, alle anderen lesen die Werbung, alle drei Zielgruppen beglückt: DVG bekommt Geld, Zwangskunde darf mitfahren, Werbungleser schafft Umsatz beim Werbenden.
Die Aufbruchstimmung habe ich nie vernommen, da hätte das ganze Umfeld im Zuge des Umbaus der Straßenzüge mit attraktiviert werden müssen. Das ist weniger ein Problem der DVG, sondern der Stadt und der Anrainer. Chance verpaßt.
Zitat von Friedrich Löwe Wenn ich dann daran denke, wie heruntergewirtschaftet der ZOB und die Tramtrasse im Kulturbereich ist, dann wünsche ich den Leuten viel Glück und gute Argumente, angesichts der Demografie und des fehlenden Innovationspotentials da noch Gelder abzugreifen.
Der ZOB wird meiner Meinung nach eh verschwinden, wenn die Zentralhaltestelle kommen sollte. Naja, Subventionen gibt es leider immer viel zu leicht, da sehe ich kein Problem. Das Problem ist eher, daß keiner an die Betriebs- und Unterhaltskosten denkt - siehe ZOB. Wo ist der Kulturbereich?
Zitat von Friedrich Löwe Und wenn ich mir anschaue, wie die DVG ihren Wohnungsbestand an der Linie 1 verändert, fragt man sich, ob dort eigentlich Leute sitzen, die auch mal weiter denken...
Die Wohnungen besitzt die DVG nicht, eher die DWG oder andere! Bei der DWG vermute ich Mitarbeiter, die nicht für die Marktwirtschaft ausgebildet wurden.
Gemeint war natürlich die DWG, man sollte halt doch mal lesen bevor man Beiträge abschickt ^^ ... Kulturbereich beschränkt sich auf den Abschnitt Hbf Theater Museum Nord.
Zitat von Tom Es gibt Gerüchte das ein Investor für die 3 Y Häuser gefunden wurde, ich hoffe da ist etwas dran.
Bei Ebay sind noch zwei im Angebot, wieder für je 1 Mio. Das Haus mit dem Brandschaden ist nicht dabei. Die Häuser müßten nach 40 Jahren längst abgeschrieben sein. Welcher Investor soll bei dem Investitionsstau 1 Mio in den Kauf und vermutlich mindestens eine weitere in die Sanierung stecken. Dieses Gebaren ist von vorn herein auf Abriß aus. Die DWG hat kein Geld für die Sanierung, scheinbar aber genug Geld für den Abriß. Auch wenn es Abrißfördermittel gibt, eine sechsstelliger Eigenanteil ist wohl mindestens nötig. Wäre schön, wenn das Gerücht stimmt, denn für die Brachflächen an Stelle der Häuser gibt es bestimmt auch wieder kein Konzept.